Die gegenüber dem letzten Entwurf für die Restrukturierungspraxis wichtigste Veränderung ist aus unserer Sicht die gegenüber dem Entwurf gelockerte Eigenkapital-Anforderung. Wir hatten bemängelt, dass der Standard auch in der Neufassung ein „ausreichendes bilanzielles Eigenkapital“ von den betroffenen Unternehmen forderte.

Das Problem: qualifizierte Rangrücktritte zur Restrukturierung wären damit nicht mehr in Frage gekommen, weil sie in der Handelsbilanz nicht berücksichtigt werden können. Sie stärken nur das wirtschaftliche, nicht aber das bilanzielle Eigenkapital. Jetzt hat das IDW sich entschieden, diesen Punkt – wenn auch nur in Ausnahmefällen – anzupassen.

Auch bezüglich der Berücksichtigung der Digitalisierung sind wir mit der Neufassung insgesamt zufrieden.

In einer gemeinsamen Stellungnahme mit dem Hamburger Arbeitskreis für Digitalisierung hatten wir uns für eine Ergänzung des bisherigen Standards um eine Aussage zum digitalen Reifegrad sanierungsbedürftiger Unternehmen stark gemacht. Ohne eine angemessene Digitalisierungsstrategie und konkrete Umsetzungskonzepte können viele Unternehmen aus unserer Sicht – je nach Geschäftsmodell – am Markt kaum bestehen. Unsere Vorgehensweise für eine geschäftsmodellspezifische Bewertung des digitalen Reifegrads finden Sie hier

Weitere Hinweise dazu, wie diese neu in den Standard aufgenommenen Punkte umgesetzt werden sollen, finden Sie in unserem Leitfaden IDW S6.

Das vollständige Interview des FINANCE Magazins mit unserem Partner Georgiy Michailov lesen Sie hier.

Ihre Ansprechpartner für Sanierungsgutachten:

Georgiy Michailov
Managing Partner
Dipl.-Volkswirt, B.M. (TSUoE)
E-Mail an Georgiy Michailov
T +49 (0)221 91 27 30 - 15

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